Wachsverarbeitung
Ziel und Prinzip des Naturwabenbaus
Das Ziel des Naturwabenbaus in der Imkerei ist, einen nachhaltigen Wachskreislauf zu schaffen. Dabei wird versucht, das Bienenwachs möglichst aus eigenen Mitteln zu gewinnen und zu erneuern. Ein eigener Wachskreislauf reduziert die Notwendigkeit des Kaufs von Fremdwachs und stärkt die Unabhängigkeit des Imkers.
Schritte für einen eigenen Wachskreislauf:
- Trennung von hellen und dunklen Waben: Altwaben werden in helle (maximal 2 Jahre alt) und dunkle Waben aufgeteilt.
- Einschmelzen von Altwachs: Die sortierten dunklen Waben werden eingeschmolzen und zu Wachsblöcken verarbeitet.
- Verarbeitung von Eigenwachs: Die Altwachsblöcke (Eigenwachs) können bei einem Bienenwachs-Verarbeiter zu neuen Mittelwänden umgearbeitet werden.
Einschmelzen von Altwaben (Nassschmelze)
Bienenwachs schmilzt bei ca. 62 °C. Die maximale Erhitzungstemperatur des Bienenwachses beträgt 300 °C.
Einschmelzprozess im Kochtopf:
- Regenwasser im Schmelztopf erhitzen (Schmelzpunkt Bienenwachs > 62 °C).
- Waben- und Wachsteile einschmelzen.
- Kokonreste von der Oberfläche abschöpfen.
- Das Wachs-Trester-Gemisch im heißen Zustand durch ein Sieb gießen.
Besser: Dampfwachsschmelzer verwenden
Ein Dampfwachsschmelzer vereinfacht den Prozess erheblich – einfach füllen, anschalten und fertig!
Desinfektion des Bienenwachses
Um Sporen im Bienenwachs abzutöten, wird das Wachs in einen geeigneten Topf gegeben (nur halb voll füllen, um Spritzer zu vermeiden) und kurz auf 140 °C erhitzt. Nach etwa einer halben Stunde auf 120 °C abkühlen lassen. Durch vorsichtiges Erhitzen des Bienenwachses auf 140–160 °C kann das Wachs desinfiziert werden, um gefährliche Faulbrutsporen sicher zu vernichten.
Klärung des gefilterten Wachses
- Den Topf etwa zu einem Viertel mit Wasser füllen.
- Wachsrohlinge (1 bis 1,5 kg) hinzufügen und schmelzen lassen.
- Das flüssige Wachs durch ein Feinsieb (z. B. mit einer Strumpfhose) in einen Abkühlbehälter gießen.
- Das Wachs langsam abkühlen lassen, um Schmutzteilchen absetzen zu lassen.
- Wenn das erkaltete Wachs aus dem Topf gestürzt wird, können die verbliebenen Schmutzreste vorsichtig mit einem Messer abgekratzt werden.
Falls das Wachs nach der ersten Klärung nicht ausreichend gereinigt ist, kann der Schmelzvorgang noch einmal wiederholt werden, bis das Wachs klar und rein ist.
Ein nachhaltiger Wachskreislauf ist nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern hilft auch, die Kosten der Imkerei zu senken und die Qualität des eigenen Bienenwachses zu sichern.