Bienengesundheit & Vorbeugung

Der Erhalt der Bienengesundheit gehört zu den zentralen Aufgaben der Imkerei. Alle derzeit in Deutschland für Honigbienen zugelassenen und im Handel erhältlichen Tierarzneimittel sind ausschließlich zur medikamentösen Behandlung der Varroose indiziert.

Zugelassene Behandlungsmöglichkeiten in Deutschland

Die Wirkstoffe stammen aus verschiedenen Wirkstoffgruppen:

Da mit diesen Präparaten die Varroamilbe in verschiedenen Populationen wirksam bekämpft werden kann, gilt die arzneiliche Versorgung zur Varroosebekämpfung in Deutschland als gut ausgebaut.

Quelle: Berliner und Münchener Tierärztliche Wochenschrift

Bienenkrankheiten im Überblick

Varroose

Die Milbe Varroa destructor wurde aus Asien eingeschleppt und trat Anfang der 1970er Jahre erstmals in Deutschland auf. Es handelt sich um einen Parasiten, der Bienen und deren Brut befällt. Die Milbe ernährt sich vom Fettkörper und der Hämolymphe der Bienen. Bei starkem Befall spricht man von Varroose, welche ohne imkerliche Behandlung meist zum Zusammenbruch des Volkes führt.

Faulbrut Meldepflichtige Tierseuche

Eine durch Bakterien ausgelöste Brutkrankheit. Man unterscheidet die gutartiger verlaufende Europäische Faulbrut und die bösartige Amerikanische Faulbrut (AFB). Letztere wird durch Sporen des Bakteriums Paenibacillus larvae larvae übertragen, zersetzt die Bienenbrut zu einer schleimigen Masse und ist eine streng meldepflichtige Tierseuche.

Bienenparalyse (Virusinfektionen)

Bienenparalyse ist eine Viruserkrankung, die sich unter anderem durch das Sackbrut-Virus, verkrüppelte Bienenflügel (DWV - Deformed Wing Virus) oder nachdunkelnde Weiselzellen äußert. Überträger und Beschleuniger dieser Viren ist in erster Linie die Varroamilbe.

Nosematose (Bienennosematose)

Eine Parasitenerkrankung des Verdauungstrakts erwachsener Bienen, ausgelöst durch Mikrosporidien (Nosema apis / Nosema ceranae). Sie tritt gehäuft im Frühjahr auf, wenn Bienen im Winter Futter nicht richtig verdauen konnten oder Honigtau im Kasten verblieben ist. Typisches Symptom ist unkontrolliertes Koten im Bienenstock.

Verkalkung der Bienenbrut (Kalkbrut)

Eine Pilzerkrankung (Ascosphaera apis), bei der sich die Larven über die Nahrung infizieren. Der Pilz durchwuchert die Larve, entzieht ihr alle Nährstoffe und lässt die abgestorbene Brut zu harten, mumienartigen Gebilden (weiß bis grauschwarz) verkalken. Vorbeugung erfolgt vor allem durch gute Wabenhygiene und starke Völker.

Bienenschädlinge

Große und Kleine Wachsmotte

Die Raupen der Wachsmotte ernähren sich vom Wabenwerk (besonders von bebrüteten Waben mit Pollenresten). In starken Völkern halten die Bienen die Motte selbst unter Kontrolle. Der Schaden entsteht vor allem im Wabenlager. Wirksamer Schutz ist die Lagerung im Luftzug, kühle Temperaturen (unter 10 °C) oder das Schwefeln der eingelagerten Waben außerhalb des Bienenstocks.

Mäuse, Spitzmäuse & Spechte

Im Winter suchen Wald- und Feldmäuse Schutz und Futter im Bienenstock. Während sich die Bienen in der eng gezogenen Wintertraube befinden, können Mäuse große Teile des Wabenwerks zerstören. Spitzmäuse fressen zudem gezielt die trägen Bienen. Ein wirksamer Schutz ist das Anbringen von stabilen Mäusegittern am Flugloch ab dem Spätsommer/Herbst. Spechte werden bei Bedarf durch Schutznetze abgehalten.


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